Perfektionismus als Selbst-Saboteur

… oder wie du dir erfolgreich selbst im Weg stehst

Kennst du das, wenn du eine Sache angehen möchtest, sich dann aber Selbstzweifel zeigen, ob du es gut genug machen würdest? Falls ja, herzlichen Glückwunsch – du sabotierst dich erfolgreich!

Es gibt zweifelsohne viele Wege sich selbst im Weg zu stehen:

  • sich an Ereignissen der Vergangenheit fest zu klammern

  • sich selbst die Schuld geben an Dingen, die schiefgelaufen sind

  • allen anderen die Schuld geben für das eigene Unglück

  • darauf warten, dass sich im Außen etwas ändert, etc…

um nur einige zu nennen. Doch die Selbstsabotage-Falle über die ich heute sprechen möchte, ist der bekannte Perfektionismus. Genauer – der überhöhte Anspruch von sich selbst an sich selbst und der daraus resultierende Selbstzweifel.

Mir persönlich sitzt mein Perfektionismus gefühlt schon ewig im Nacken. Es scheint mir fast so, als wäre ich damit auf die Welt gekommen. Denn bereits als Kind wollte ich, wenn ich nicht grade in einer Trotzphase war, die perfekte Tochter sein. Ich übernahm viel Verantwortung für Bereiche, die ich nicht hätte erfüllen müssen. Ich hatte den Anspruch allen gerecht zu werden, auch wenn nur ich es war, die es von mir erwartete. Aus irgendeinem Grund hatte ich das Gefühl etwas leisten zu müssen, um dieses Leben zu verdienen.

Auch wenn ich inzwischen viele Ereignisse meiner Kindheit ideal Nachnähren > konnte, hat sich dieser negative Glaubenssatz gehalten. Natürlich ist er weniger penetrant. Und doch fällt er immer wieder unangenehm auf, sobald ich einen neuen großen Schritt wage.

Man könnte meinen, der innere Ansporn Dinge besonders gut machen zu wollen, sei doch etwas positives. Angesichts unserer leistungsorientierten Gesellschaft scheint es sogar angebracht.

Die Perfektions-Falle 

(Hier ein passendes Video > an dieser Stelle von Medi und Stefan Becker.) Auch ich erfahre diesen Perfektionismus oft eher als Falle, der – sobald ich einmal hinein getappt bin – eine Negativ-Spirale folgt.

Kleines Beispiel für den gedanklichen Ablauf:

  1. Ich habe eine neue Idee.

  2. Mein Herz steht Feuer und Flamme dafür.

  3. Es entsteht eine große Vision und ich male mir aus, wie es sein kann.

  4. Dann will ich den ersten Schritt machen in Richtung Umsetzung…

  5. …und *Plopp* ist da der Perfektionismus der alles sofort und perfekt umgesetzt haben möchte und mir einen riesigen Selbstzweifel in den Kopf setzt, angesichts des großen Vorhabens.

  6. Daher lass ich es lieber oder hadere lange mit mir, wie ich denn nun am besten anfange. Bis ich mich schließlich darüber ärgere, noch kein Stück weitergekommen zu sein und mich großartig in die nächste Spirale der Selbstkasteiung begeben könnte.

Letztendlich baut dieser Leistungsanspruch so viel Druck auf, dass ich Angst habe zu versagen, da ich dem eh nicht gerecht werden kann, also lass ich es. Oder mache es von zu vielen angeblich notwendigen Vorbereitungen abhängig, so dass ich das eigentliche Ziel immer weiter nach hinten verschiebe. Was dann wiederum der eigentlichen Intention des Perfektionismus widerspricht.

Mein jüngstes Beispiel für diese Art inneren Konflikt bietet mein Vorhaben ein Video-Projekt zu starten in dem ich online von mir, meiner Arbeit und der Soulywood-Community berichte:

Somit nehme ich jetzt meinen erhöhten Selbstanspruch liebevoll an die Hand, erlaube mir zu lernen und entspanne mich hinein in das Vertrauen auf meine wachsenden Fähigkeiten. Und dem Wissen, dass jede Reise mit dem unvermeidlichen ersten Schritt beginnt. Ich spüre wie befreiend es ist, mich mit diesem Stadium des Unperfekten zu zeigen und wie viel Last mir dadurch von den Schultern fällt. Auch gebe ich zu, dass mich das viel Mut und Überwindung gekostet hat. Doch letztendlich tue ich das für mich als einen weiteren Schritt zu Selbstliebe und Stolz.

Als kleine Inspiration, falls du auch manchmal so mit dir haderst:

Überprüfe mal, bei welchem nächsten Schritt dich dein Perfektionismus blockiert?

Hast du auch überhöhte Ansprüche, die dich mehr unter Druck setzen als dir zu dienen?

Ist es vielleicht an der Zeit, einen mutigen Schritt zu machen, und die Angst nicht gut genug zu sein liebevoll zu umarmen?

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