Hilfreiche Fragen bei negativen Gedanken

Mein innerer Giftzwerg

Manchmal habe ich, auch wenn ich einen schönen Tag und eine gute Woche hatte, wie aus dem Nichts ein emotionales Tief. Eine belanglose kleine Unstimmigkeit kann mich dann total herunterziehen. Dann merke ich richtig, wie so eine dunkle Wolke aus negativen Gedanken meinen Kopf einnehmen möchte.

Wie ein mürrischer Giftzwerg, der auf meiner Schulter sitzt und mir alles schlecht redet. Der mich an mir selbst und meinem Taten und zeitweise sogar auch am Guten in der Welt zweifeln lässt.

Das ist der Moment, wo ich entscheiden kann, ob ich mich in meinem Selbstmitleid suhle, oder mir was Gutes tue. Zweiteres ist zum Beispiel, mir Unterstützung von einem guten Freund zu holen oder mich mit einer heißen Schokolade ins Bett zu kuscheln. Wenn es grade ein sehr großer Giftzwerg ist, dann braucht es etwas mehr.

Eine gute Übung dafür ist, ein Zeitfenster für den Ausdruckraum zu öffnen. Ich erlaube mir einfach unzensiert alles auf zu schreiben, was es gerade in mir denkt. Das hilft dieses innere Wirrwar zu klären, zudem fällt es mir leichter mich von den Stimmen zu distanzieren. Dabei war das nicht immer so leicht mit diesen umzugehen.

Wie er sich zeigt

Kennst du das, wenn du etwas vorhast, aber die ganze Zeit negative Gedanken den Weg versperren? Ein kleines Beispiel: Du möchtest endlich deinen Schwarm ansprechen, aber du traust dich nicht, weil du denkst du bist nicht interessant oder hübsch genug?

Oder du hast Lust ein neues Projekt zu starten, denkst aber schon von vorn herein, dass du scheitern wirst, weil du nicht in deinen Fähigkeiten vertraust? Es können kleine oder auch große Dinge sein, wichtige oder banale.

Hin und wieder gibt es diese Flut an negativen Gedanken und Stimmen, die dir sagen, dass du es nicht schaffst oder nicht gut genug bist. Vorwürfe, Kritikpunkte und „wenn du das… dann wäre es leichter.“- Sätze. So ein richtiger kleiner Giftzwerg, der dir auf der Schulter sitzt und in deine Suppe spuckt.

Ich glaube, dass jeder von uns diesen Giftzwerg irgendwo in sich trägt. Jeder auf seine Weise, bei manchen wird er die ganze Zeit verdrängt und springt dann plötzlich mit voller Ladung ins Sichtfeld. Andere haben ihn schon erkannt und nehmen ihn an die Hand. Wiederum andere spüren stetig seine Last und gewöhnen sich an die drückende Schwere.

Was du von ihm lernen kannst

Meiner war früher sehr stark, vor allem in der Pubertät. Er hat mich kleiner fühlen lassen, als ich bin. Mit 16 habe ich angefangen, ihn mir mal genauer anzusehen. Dabei habe ich erkannt, dass er viel von äußeren Stimmen und Einflüssen gefüttert wurde. Von meinen Lehrern, Mitschülern und sogar Freunden und Familienmitgliedern. Es waren Stimmen von Zunft, Kritik, Ärger oder sogar Beleidigungen.

Viele waren in dem ersten Moment nur bedeutungslose Nebensätze, oder ein lapidarer Kommentar. Richtig eingesetzt konnte der Giftzwerg mir daraus allerdings einen Strick drehen, der mich wieder herrunter machte.

Als ich das erkannte, nahm das schonmal Last ab. Denn es waren gar nicht meine Wahrheiten, sondern die der anderen. Und mir wurde auch klar, dass viele Stimmen aus dem Giftzwerg des anderen entsprungen ist. Viele Menschen schenken ihm zu viel Glauben. Diesem Gerede von den Dingen die angeblich unmöglich seien, von der eigenen Unfähigkeit oder der Schwere des Lebens. Dazu gibt es hier noch einen Blog über Wahrheit, Wissen und andere Irrtümer.>>

Wie sehr hörst du auf ihn?

Wie viele Menschen glauben an eine Wahrheit, die sie nur von jemand anderem übernommen haben, ohne sie selbst zu überprüfen?

Nur weil der andere eine bestimmte Erfahrung gemacht hat, muss das nicht auch zwangsläufig für dich gelten. Kannst du diese Wahrheiten wieder zurückgeben?

Bist du bereit eigene neue Erfahrungen zu machen?

Wie viel Glauben schenkst du deinem inneren Giftzwerg und seinen negativen Stimmen?

Erkennst du darin Sätze, die dir vielleicht früher jemand anderes gesagt hat?

Was löst dieser Glaubenssatz in dir aus?

Entspricht er auch deiner gefühlten Wahrheit?

Oder möchtest du lieber mehr an dich selbst glauben?

Mir ist bewusst, dass diese Fragen einfacher gestellt sind, als beantwortet. Doch hin und wieder ist es gut zu überprüfen, wie viel Energie du grade deinem Giftzwerg gibst und wie oft du ihn fütterst.

Ich glaube, dass er nie ganz weg geht. Und das ist meines Erachtens auch gut so, denn sonst würden wir alle ziemlich schnell abheben. Dennoch sollte er uns nur helfen mit dem Boden verbunden zu bleiben, ohne uns dabei im Weg zu stehen.

Wenn du das nächste Mal etwas vor hast, wo du diesen Giftzwerg wieder in dir hörst, der dich klein halten will. Dann schau ihn dir gut an. Lächle, fühle ihn und wachse über ihn hinaus. Er ist nur ein Anteil, der dich immer wieder herausfordert in deine Selbstliebe zu kommen und innere Hürden zu überwinden, ohne zu verdrängen. Sowie deine Gedanken auf die eigene Wahrheit zu überprüfen. Dabei kannst du ihn auch nicht einfach wegschieben, denn er zeigt dir immer wieder, wo du dein Potenzial versteckt hältst.

4 Kommentare, sei der nächste!

  1. … also irgendwie wurden hier mehrere Dinge vermischt, zu einem Kuddelmuddel diverser Giftzwerge?

    Vielleicht möchte der Autor sich fragen, um was es ihm EIGENTLICH geht? Um die Anzahl von Leuten, die Wahrheiten übernehmen, wohl eher nicht …

    1. Das mit dem Kuddelmuddel hast du gut erkannt. Ich möchte in dem Artikel unter anderem darauf hinweisen, dass es eben oft schwer zu differenzieren ist, welche negativen Stimmen aus einem selbst entspringen und welche man irgendwann einmal übernommen hat. Zudem soll die Frage, wie viele Leute andere Wahrheiten übernehmen, eine Sensibilität wecken, dafür dass ein Stück weit jeder nicht immer nur aus sich selbst heraus spricht, sondern halt auch beeinflusst ist. Das im Hinterkopf, macht es unter Umständen leichter mit Konflikten umzugehen und nicht vorschnell zu verurteilen. So ist dieses Kuddelmuddel aus mehreren Giftzwergen dennoch nur ein Anteil einer Persönlichkeit.

      Ich danke dir für den Hinweis, dass ich das hätte konkreter formulieren können und hoffe, dass ich deine Fragen soweit beantwortet habe.

      Herzliche Grüße,
      Mo Darja

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