Schwestern-Gefühl statt Konkurrenzdenken

Schwestern im Herzen

Was hält uns davon ab, uns als Schwestern zu sehen, anstatt uns zu vergleichen und zu konkurrieren? Wir werden als Frauen oft dazu erzogen, einem Idealbild zu entsprechen, was uns stark unter Druck setzt. Dies wiederum fördert den inneren Unwert und das Gefühl, nie gut genug zu sein… Mit diesem Blog möchte ich alle Frauen dazu animieren zu erkennen, wie wundervoll sie sind! 

„Weil wir im Herzen Schwestern und keine Konkurrentinnen sind.“

Diesen Satz hat Sarah Lesch, eine großartige Musikerin, unter ihr Instagrambild geschrieben, zusammen mit dem #notheidisgirl um ein Zeichen zu setzten für mehr Schwestern-Gefühl.

Das hat mich neugierig gemacht.. Nach ein wenig Recherche habe ich herausgefunden, dass es,

mit dem Drehstart der neuen Staffel Germany’s Next Topmodel, eine Gruppe Aktivistinnen gibt,

die einen Shitstorm gestartet haben. Um diesen ungesunden „Schönheitsidealen“ dem Konkurrenzgedanken unter Frauen sowie der fast schon abstrusen Oberflächlichkeit, ein Gegenüber zu bieten, hat die Gruppe mit dem wunderschönen Namen Vulvarine, eine großartige Online-Aktion gestartet.

Wer da mitmachen will, kann ein Bild von sich online posten mit dem #notheidisgirl und einem warum.

Hier ein paar Fotos der Kampagne: —> Instagram 

#notheidisgirl

Weil Konkurrenzdenken alles Schöne hässlich macht

 

 

 

 

 

 

 

Was sagt das über uns Frauen aus?

Sarah Lesch hat mich mit ihrem Warum besonders berührt und auch zum Nachdenken angeregt… Denn auch außerhalb von den Unwert-fördernden Formaten wie GNTM, nehme ich zwischen uns Frauen oft ein starkes Konkurrenzdenken wahr. Wir vergleichen uns, oft auch unbewusst, untereinander und wollen die Konkurrentinnen „übertrumpfen“ oder ausspielen. Nur um selbst besser da zu stehen. Nicht selten wird sich aufgesetzt angelächelt und Küsschen gegeben, während hintenherum subtile Manipulationsspielchen laufen. Sei es ein höfliche Übertreibung, ein geheucheltes Kompliment oder eine automatisierte Floskel.

Wir sind selten wirklich ehrlich und aufrichtig zueinander

Da stellen sich mir die Fragen:

  • Warum wollen wir Frauen uns immer mit anderen vergleichen?
  • Was sagt das über unser Selbstwertgefühl?
  • Wieso versuchen wir lieber, einem Ideal zu entsprechen, anstatt unsere wahre Persönlichkeit zu leben?
  • Ist es uns überhaupt möglich wahre loyale Schwestern-liebe zu empfinden?

 

Ich möchte in diesem Blog bewusst vor allem auf uns Frauen eingehen, auch wenn ich weiß, dass Männer da nicht von ausgeschlossen sind. Wir alle haben mit den Rollenbildern zu hadern, die uns aufgedrängt werden. Und jeder hat die Möglichkeit, sich daraus zu befreien und zu sich selbst zu stehen. Auch, wenn dies nicht immer einfach ist.

Wir spielen lieber eine nette Rolle, als uns ganz zu zeigen

Besonders bei jungen Mädchen ist dieses Verhalten stark zu beobachten. Ich sehe das bei meiner Cousine, deren „Freundin“ sagte: „Solange du mit der da befreundet bist, kannst du nicht zu unserer Party kommen.“ Schönwetterfreundinnen und Zweckfreundschaften scheinen normal zu sein. Mir hat früher sogar mal eine „Freundin“ die Freundschaft gekündigt, weil ich nicht beliebt genug war. Was mich erst sehr bestürzt, dann jedoch auch wachgerüttelt hat.

Auch bei erwachsenen Frauen, die sich scheinheilig zur Beförderung gratulieren oder Dingen zustimmen, die ihnen eigentlich nicht gefallen, ist diese Unaufrichtigkeit zu spüren. Selten sagen wir ehrlich was wir denken.

Vermutlich wird unser Schwestern-Gefühl von der Gesellschaft nicht wirklich gefördert.

  • Was sind die aktuellen Vorbilder für junge Mädchen?
  • Was sind die Idealvorstellungen und Erwartungen an das Rollenbild Frau?
  • Passt da Authentizität und Schwesternschaft rein?

Junge Mädchen stehen oft bereits früh unter einem hohen Druck, diesen Ansprüchen genügen zu wollen

notheidisgirls

Da ist bereits der Haken: wieso „genügen“? Warum wird ihnen nicht gelehrt, wie großartig und einzigartig sie sind, mit allen ihren Facetten?

Natürlich trifft das bei weitem nicht auf alle zu, doch auf erschreckend viele.

Die einen geben diesem Druck nach, passen sich an und verdrehen sich für den Applaus. Die anderen halten dem nicht stand und werden von depressiven Selbstzweifeln geplagt.

(Ich übertreibe hier bewusst, da es für eine junge Frau oft genau diese Dramatik hat.)

Vielleicht führt genau dieses ständige Verlangen, dem Ideal entsprechen zu wollen, sowie die Spaltung in beliebt und unbeliebt, dazu, dass wir Frauen vergessen haben, dass wir im Herzen Schwestern sind.

Ich habe den Eindruck, viele sind sich ihren eigenen Wertes, ihrer wundervollen, individuellen Persönlichkeit und ihrer persönlichen einzigartigen Talente gar nicht bewusst. Wahrscheinlich hatten sie auch nur wenig Unterstützung darin, es selbst zu entdecken.

Konkurrenzdenken basiert auf eigenem Unwert

Sich selbst seiner Schönheit, in Person und Körper, nicht klar zu sein, führt schnell dazu, sich mit anderen vergleichen zu wollen.

Ich ertappe mich selbst immer wieder dabei, wie ich andere anschaue und sie um ihren Hintern, ihre Disziplin oder ihren Erfolg beneide. Doch das ist jedes Mal ein Zeichen dafür, dass ich mich selbst grade nicht genug wertschätze.

Anfang diesen Jahres ist eine großartige Frau in mein Leben getreten. Mit ihr kann ich schwesterliche Freundschaft nochmal auf einem neuen Level erfahren. Wir beide wissen um unsere jeweilige Größe. Wir nehmen einander ehrliche Kritik, sowie Komplimente, an und unterstützen uns gegenseitig, mit dem Wissen, dass der andere das Gleiche tut.

Mit ihr habe ich das Schwächen-Ping-Pong gemacht, eine wunderbare Übung um jeglichen Konkurrenzgedanken aus dem Weg zu räumen und sich tiefer verbunden zu fühlen:

Schwächen-Ping-Pong:

Abwechselnd drückt jeder im fühlenden Selbstausdruck (unzensiert) aus, was sie an sich stört.

Mit Sätzen, wie:

Ich würde gerne mehr, …“

Mich stört, dass …“

Ich wünsche mir, …“

Dabei ist freier Ausdrucksraum. Was bedeutet, dass du das Gesagte unkommentiert sein lässt. Auch, wenn du deiner Freundin gern widersprechen würdest. Ebenso wichtig ist es, ehrlich zu sein, zu dir selbst und dich damit zu zeigen. Also gerne auch mal tiefer zu gehen als nur Äußerlichkeiten. Damit lädst du dein Gegenüber auch ein zu mehr gegenseitigem Vertrauen und Offenheit.

Gerne kannst du diese negativen Stimmen total überspitzt und theatralisch darstellen. Umso leichter fällt es dir nach und nach, sie loszulassen und darüber zu lächeln.

Macht hat über dich meist das, was du nicht auszusprechen wagst…

Dieses Ping-Pong könnt ihr solange machen, bis euch nichts mehr einfällt, euch vor Lachen die Puste ausgeht oder ihr euch weinend in den Armen liegt.

Neben der Erkenntnis, dass jede Frau ihre Selbstkritik sowie Problemzonen hat, ist die Übung auch gut für die eigene Selbstachtung.

Indem du mit deinen negativen Glaubenssätzen, welche dich klein halten, spielerisch umgehst und sie übertrieben ausdrückst, kann sich die Ladung dahinter lösen. Du kannst mehr und mehr differenzieren, welche Stimmen von äußerlichen Konditionierungen bestimmt wurden und sie auf Aktualität überprüfen:

Welchen Idealen und Erwartungen möchtest du entsprechen und welchen nicht?

Zudem kannst du dich, mit allem was sich zeigt, liebevoll umarmen und annehmen lernen. Das Ziel ist nicht unbedingt, völlig ohne Selbstzweifel zu leben, sondern sie mitfühlend zu integrieren und dich nicht mehr davon einschränken zu lassen. Du darfst, mit allem was du bist, da sein.

Umso leichter wird es dir fallen, auch deine Mitmenschen mehr mit ihren Stärken und Schwächen anzunehmen, ohne dich damit vergleichen zu wollen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, man sieht es kaum von Außen, doch es ist da. Desto mehr du dir deines eigenen Päckchens bewusst bist, umso weniger Gewicht wird es haben.

Hab Mut zu dir selbst zu stehen.

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