5 Tipps wie Du ein BurnOut vermeidest

BurnOut

BurnOut gefährdet? Wie wir uns vor davor schützen können, in die Stressfalle zu geraten…

Alarmierende 10.000 bis 100.000 Menschen suchen im Netz monatlich nach mehr Informationen über BurnOut. Das Phänomen des „ausgebrannt sein“ nannte man früher: Totale körperliche und psychische Erschöpfung.

Allerdings kündigte es sich früher noch etwas sanfter an. Heute erwischt es die meisten Menschen mit einer unvorhergesehen Wucht. An einem Tag noch eine Mischung zwischen sehr gereizt und erschöpft, geht es am nächsten Tag z.B. nicht mal mehr, die Beine zu heben. Oder es existiert eine völlige Abwesenheit von kreativen Gedanken. Die Betroffenen erkennen sich selbst nicht wieder und schämen sich oft für ihren Zustand.

BurnOut hat viele Gesichter. Meistens hört man im Umkreis der Betroffenen Aussagen wie:

„Nein, von ihm hätte ich das nicht gedacht. Er war so glücklich und zielstrebig mit seiner Arbeit.“ oder

„Sie war immer schon nicht sehr mitteilsam und gesprächig. Aber sie hat ihren Job immer gut gemacht.“

Es trifft meistens die „Guten“. Diejenigen, welche sich strebsam und einsatzwillig verhalten.
Nur warum können wir es so schlecht kommen sehen und wie können wir es verhindern in diese Stressfalle zu geraten?
Hierzu braucht es ein bisschen Rück-Besinnung auf das eigentliche Problem. Durch die Reizüberflutung heutzutage sind wir alle potenziell gefährdet. Es kommen ein paar hunderttausend mehr Reize an, als vor einem halben Jahrhundert. Internet, Handy, Social Media, schnelle Verkehrsverbindungen. All das reizt unser Hirn, viel mehr Aktivität zu orten, als jemals zuvor. Das ist erstmal wichtig, uns das einzugestehen. Die tatsächlich Betroffenen waren oft die, welche vorher vielleicht sogar noch laut getönt haben, dass es sie selbst doch nicht erwischen könne. Dafür seien sie viel zu ….

  • stark
  • selbstsicher
  • klar
  • zufrieden
  • stabil
  • gelassen uvm.

Selbst wenn Du tust, was Du liebst, kann das auch ins Gegenteil ausarten

Die Versuchung noch kreativer, noch effektiver zu arbeiten steht vor einem BurnOut. Gerade, wenn Du Deine Arbeit gerne tust, kann genau das zur Falle werden.
Das Vorstadium, durch das das BurnOut so schwierig erkennbar wird, ist:

  • dass wir und topfit fühlen und einer kreativen Aufgabe entgegen schauen
  • dass wir Lust haben, eine Aufgabe in einer gewissen Zeit abzuschliessen
  • dass wir ehrgeizig sind und es besonders gut machen wollen
  • dass wir die Freizeit gerade nicht so wichtig nehmen
  • dass wir soziale Kontakte entweder gewohnt wahrnehmen oder auch nicht als wichtig betrachten

Mein erstes körperliches BurnOut habe ich ja bereits im Artikel >Warum richtig atmen so schwierig ist 1< beschrieben. Aber das war nicht das einzige Mal, wo ich in meinem Leben an der Schwelle einer gefährdeten Phase stand. Auch als die Sonarbehandlung 2012 das Licht der Öffentlichkeit erblickte und die erste große Welle von Interesse aus allen Ecken der D-A-CH Länder kam, war es grenzwertig.

Viele Menschen wollten in ihrer Stadt Seminare veranstalten

Die Atemrevolution dort kennen lernen und praktizieren. Natürlich waren wir erfreut und bestrebt, allen gerecht zu werden. Also verplanten wir die Wochenenden organisierten die Räume und arbeiteten gleichzeitig in unserem normalen Tagesgeschäft inklusive Versorgung der Kinder und des entstehenden Zentrums.
zeit
Irgendwie hatten wir die Strecken zwischen den Orten zwar eingerechnet, aber z.B. nicht so sehr die Staus und die weiteren unbekannten Änderungen auf dem Weg. Kurzfristige Verplanungen einzelner Leute, die sich im Termin geirrt hatten, bis zu Räumen, welche dann doch zu klein oder zu stickig waren, begegneten uns auf dieser „Tour“.  Es brauchte manchmal schnelle und unerwartete Lösungen. Mit all diesen Umständen wurde die Spannung kurzfristig manchmal sehr hoch…

Nun hatten wir glücklicherweise die eigen vermittelte Behandlung immer an Bord. Und mussten manchmal auch unsere eigenen Ratschläge – sich ERST um sich selbst zu kümmern, anstatt um den Job – selbst seeehr konsequent anwenden. Die Strecken und die anderen Unbekannten hatte ich aus dem Vorhinein gnadenlos unterschätzt. Ich musste mich immer wieder selbst behandeln – also den angesammelten Stress und die Spannungen direkt aus dem Körper leiten und war froh, dass meine Frau auch noch zu den „Hölzern“ griff und mich dadurch entlastete.

Seit dieser Zeit haben wir – durch die eigenen Herausforderungen – immer direkter umsetzbare Strategien in unseren eigenen Alltag eingebaut, um selbst nicht tiefer in die Stressfalle zu geraten. Auch wenn man selbst im Präventions- oder Befreiungsbereich tätig ist, wird man von der eigenen Prägung immer mal wieder stark herausgefordert. Mit all dem Spass den es macht, die Methode zu verbreiten, musste immer wieder zwischendurch innehalten und Selbstanwendung vor Mitteilen stellen. Gerade aus der Euphorie heraus gehen wir über sinnvolle Grenzen. Deshalb ist es für mich sehr wichtig geworden, auch in der größten Freude bewusst und verbunden – mit Erdkontakt – zu atmen:-)

Wichtig ist mir auch nochmal die Grund-Ursache zu erinnern:

Wir sind körperfremd erzogen. Das eigene Fühlen der Belastungsgrenzen ist teilweise eingefroren. Das heißt, wir muten uns immer generell mehr zu, als wir tragen können. Wir wollen ja nicht als Versager oder Faulpelz da stehen oder keinen enttäuschen.

Deswegen ist es so wichtig, sich im größten Trubel immer wieder auf sich zurück besinnen. Und wir haben da einige Erinnerungen und auch Alarme in unser Alltagsleben eingebaut, deren Ansätze ich gerne mit Dir teilen möchte:

1. Spüre morgens einmal in Dich hinein, wie es Dir geht

Du kommst aus Deiner Nacht, hast vielleicht einiges vom Vortag noch nicht verarbeitet. Du brauchst jetzt ein kurzes Innehalten, um Dich zu klären.

Das brauchen nur ein paar bewusste Atemzüge sein…Recke und strecke Dich langsam und bewusst.

Fühle….was nimmst Du wahr…wie ist Dein Körperecho?

Kläre, was Du geträumt hast und vor Allem, was es mit Dir gemacht hat…(Trauer, Wut, Angst etc.) Stell Dir u.U. die Situation nochmal gelöst vor. (z.B. Du konntest vor Irgendjemand nicht weglaufen….Stell Dir jetzt bewusst vor, wie Du weglaufen kannst.) Du bist am Übergang vom Schlaf ins Wachbewusstsein. Dort kannst Du auf beide Ebenen Einfluss nehmen, da die Grenzen noch fließend sind. Schau, was das mit Deinem Körperecho macht. Wenn Du eine größere Blockade spürst, stell sie bewusst ins Regal mit dem Etikett: „Darum kümmer ich mich später“ (Du solltest natürlich irgendwo geschützten Raum in Deinem Alltag dafür haben, wo Du Dich dann auch darum kümmerst:-))

2. Erschaffe Dir ein Morgenritual

Und wenn es „nur“ 5 Minuten dehnen Deiner Arme und Beine ist. Du lenkst damit die Aufmerksamkeit auf Dich und Deinen Körper. Er wird es Dir im Tag danken und Dir Dein Wohlgefühl tiefer verfügbar machen. Außerdem kannst Du im Tag besser unterscheiden, was Dir guttut und was nicht. Ich mache fast jeden Morgen einen Teil Dehnung und einen Teil komprimierten Sport. Das sind kurze intensive Übungen, welche den Kreislauf und die Muskeln erwecken.(Solche kannst Du unter „sieben-Minuten Training“ im Netz finden.)

3. Arbeite in Etappen

Wir haben eine Eieruhr, welche max. alle 45 Minuten bimmelt. Dadurch stellt sich Dein Organismus auf kleine effektive Arbeitswellen ein, die Dich sehr kreativ sein lassen, aber Du Dich nicht festbeißt (In dieser Welle habe ich grad noch 16:57min.:-)) Das lässt Dich zwischen Arbeit und Freizeit gesund hin- und herpendeln. Wenn Du irgendwo angestellt bist, kannst Du z.B. genauso wie die Raucher eine kurze, frische AtemLuft-Pause einlegen. Vielleicht kann Dir dabei sogar noch jemand ein paar Sonar-Punkte drücken. Das löst die Verspannungen, bevor sie hartnäckig werden.

4. Atme immer mal wieder bewusst und tief durch im Tag

Das kann auf Toilette sein oder beim Autofahren. Es ist so wichtig, weil Du damit Lebensenergie tankst und alte Spannungen loslässt. Wir machen zwischen unseren Arbeitswellen immer mal die 3 min. Atemvitalisierung. Aber Du kannst es natürlich auch ohne Anleitung machen. Es hilft Dir klar und präsent zu bleiben. Gerade, wenn Du digital arbeitest, kann man sich schnell verlieren.

5. Vorm Einschlafen wertschätze, was Du bewegt hast

Du darfst bewusst nachspüren, was ungünstig gelaufen ist…für ein paar Minuten…was Du besser machen kannst…Aber dann: Schaue, was ist heute gut gelaufen? Was ist günstig gewesen. Wenn es auch nur der schöne Saft war, den Du getrunken hast. Wenn Du abends damit einschläfst, hast Du ein wesentlich entspannteres Einschlafen. Spür auch, ob Du noch etwas von den Spannungen in diesem Tag lassen kannst. Atme es in die Erde…Das klingt verrückter, als es ist. Oder braucht nicht jeder Stromkreis ein Erdungskabel? Du legst Dein Erdungskabel über die Ausatmung.
Ich kann Dich darin ermutigen, ganz genau für Dich zu gucken, was sich stimmig anfühlt. Es kann eine Instantlösung sein. Hauptsache Du baust kleine (Wohl-)Fühlpausen in Deinen Tag ein. Vorm oder beim Auto-/Zugfahren. Auf dem Örtchen. Oder, wenn Du Dich irgendwo in einen Sessel setzt…

BurnOut ist ein Zeichen für einen überfüllten Druckkessel. Du kannst immer wieder drauf achten:

Wieviel Druck habe ich gerade auf meinem Kessel. Finde Deine Variante, Stress zu lösen und zu verarbeiten. Ich kann Dir das Wahrnehmen über Deine Atmung wärmstens empfehlen. Dann kann sich nicht mehr so viel anstauen und Du lebst insgesamt leichter.

Wenn Du merkst, dass einige Stressmuster hartnäckig und ungesund sind, dann hol Dir Hilfe. Es ist keine Schande, uns Unterstützung beim Lösen unserer Prägungen zu holen.
Es ist zutiefst menschlich. Ich kann ganz klar sagen, dass einige meiner Muster sich nur im Kontakt mit einem erfahrenen Begleiter zeigen und lösen konnten. Wir sind so fixiert auf den Einzelkämpfer-Modus. Wir meinen, wir hätten versagt, wenn wir es nicht aus eigener Kraft aus unseren Mustern schaffen. Aber hast Du Dir mal überlegt, wie gefährlich es ist, sich als Autofahrer bei voller Fahrt – ohne Beifahrer – umzudrehen?

Das ist ein gutes Bild, wie es unserer Seele im Alltag geht. Und warum wir dann manchmal gegen einen „BurnOut Baum“ fahren müssen, um uns einmal Zeit zu nehmen, uns umzuschauen. Erst dann können wir sehen, wieviel unnötiges Gepäck wir in unserem Bewusstsein mit uns führen…und es bewusst loslassen lernen. Wenn wir mit unserer Lebenskraft im Körper in Verbindung sind, spüren wir sehr gut, wo wir abbiegen, beschleunigen können oder einen Rastplatz aufsuchen sollten.

Ich wünsche Dir ein bewusstes „Autofahren“ in Deinem Stressleben und ein spaßiges Umsetzen Deiner individuellen BurnOut Prävention!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Melde dich zu unserem Newsletter an!