Fühlst Du Dich frei?

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Ist Freiheit nur ein Gefühl?

Frei sein war mir schon immer sehr wichtig. Aufgewachsen in West-Berlin, eingezäunt von hohen Mauern mit Soldaten und einem fast überall sehr eingeschränkten Blick auf den Himmel, ist dies sicher verständlich. Jeder Urlaub war für mich damals ein Aufatmen in die Weite. Das Urlaubsgefühl hieß „frei sein“. Grad volljährig geworden, flüchtete ich aus der Enge der Großstadt in die ersehnte Weite aufs Land in ein 200-Seelen-Dorf. In der Hoffnung auf ein ewig andauerndes Freiheitsgefühl.

Wohl wahr… den weiten Himmel genieße ich noch heute. Mittlerweile verbunden mit einem traumhaften Meeresblick. Kein Zweifel, das macht was mit einem. Aber wirklich frei?

Räumlich gesehen, habe ich mich freier gefühlt als in Berlin. Das Bewusstsein der Dorfbewohner begegnete mir jedoch meist so begrenzt, als hätten sie die Berliner Mauer im Kopf. Soziale Kontrolle war mir als anonyme Großstädterin fremd und so fühlte ich mich auf eine andere Art und Weise wieder begrenzt und unfrei.

Ausgestattet mit einem konditionierten Charakterpanzer in Sachen Abgenzung, ging ich in eine aufgesetzte „Mir doch egal“ – Haltung. Einen gehörigen jugendlichen Trotz gegenüber der ungesunden, unbewussten Gesellschaft half mir schon öfters dabei „Mein Ding“ zu machen.  Das hielt ich mich zeitweise in der Illusion frei zu sein.

Endlich erwachsen, tun und lassen zu können was ich will, leben wo ich will und booom … äh nö… wohl doch nicht so ganz…ähem.

Freiheit beginnt im Bewusstsein

Ich musste nach und nach erkennen, wie ich mir selbst Mauern gebaut hatte, um nicht viel von meinem berührbaren Kern preisgeben zu müssen. Meine Vorstellung von „Ich bin ich selbst“, war in Wirklichkeit eine Maske zum Schutz meines verletzten inneren Wesens, dessen Kern nun eingeschlossen war.

Nach dieser Erkenntnis machte ich mich auf zu neuen Ufern der Transformation. Nun ging es darum, mich innerlich zu befreien. Mich frei zu fühlen MIT allem was ist, mich MIT meiner Berührbarkeit und dem verletzten Teil zu leben. Das war schon deutlich schwieriger als ein Umzug aufs Land.

Es gibt Entscheidungen und Erfahrungen, die brauchen viel Geduld für eine Transformation. Wie z.B. eine Trennung, eine Abtreibung, ein Kredit von der Bank aber auch eine Heirat, Kinder oder eine Berufswahl.

Ich erwachte in einem Alltag, der voller Verpflichtungen mein Gefühl der Freiheit trübte. Ich fühlte mich von mir selbst hintergangen. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich wollte es doch anders machen und fand mich doch in ähnlichen Strukturen wie die meiner Eltern wieder.

Glücklicherweise wusste ich schon damals, dass auch diese Umstände einen Sinn für mich haben mussten und ich sie auf einer unbewussten Ebene selbst erschaffen habe. Somit hatte ich auch die Macht diese wieder zu verändern. Wenn ich den Mut aufbringe, die Verantwortung dafür zu übernehmen und Licht in mein dunkles Bewusstsein zu bringe.

Wie kannst du dich trotz äußeren Umständen frei fühlen?

Vielen kaufen sich ein Cabrio und fahren so oft es geht in den Urlaub. Gleich meiner Motivation aufs Land zu ziehen. Doch wie schaut es im Alltag aus? Wie geht inneres frei sein?

Mein Weg war, mehr und mehr zu erkennen, wo ich mir selbst Grenzen im Bewusstsein gesetzt habe. Wie ich über Dinge, Menschen und Umstände denke, diese beurteile und was das für Gefühle in mir auslöst.

Dadurch stellte ich u.a. fest, dass ich bestimmte unbewusste Regeln für mein Leben und Alltag hatte, die ich als selbstverständlich aus meinem Familiensystem übernommen hatte. Indem ich diese änderte, wurde ich innerlich frei.

Es sind die Dinge, die man macht, weil „man das so macht“:

  • früh aufstehen
  • wochentags 8h arbeiten
  • Weihnachten bei Oma feiern
  • immer schön Gefallen tun, wenn einer darum bittet
  • verpasste Anrufe sofort zurückrufen
  • bügeln
  • usw.

Was sind deine Selbstverständlichkeiten, die du tust, ohne sie bisher überprüft zu haben?

Willst du es wirklich? Stimmt es mit deinem wahren Selbst, deiner Wahrheit und deinen Bedürfnissen überein?

Ich tat vieles davon nur aus Gewohnheit. Anerzogen, vererbt und sozialisiert. Durch die bewusste Überprüfung meiner Gedanken, Handlungen und Kommunikationsmuster wurde es spannend. Nun hatte ich die Basis geschaffen, um neue Entscheidungen zu treffen und weitreichende Veränderungen einzuleiten.

Das kannst du auch, indem du innehälst und dich fragst:

  • Was löst der Gedanke/die Handlung in mir aus?
  • Was habe ich davon, wenn ich es so mache/denke wie bisher?
  • Kann ich es anders machen?
  • Wie könnte ich anders darüber denken?
  • Was kann ich tun/denken, um mehr in mein Wohlgefühl zu kommen?

Mit der Zeit gab es immer mehr und mehr Zeitfenster IN meinem Alltag, die meinen wahren Bedürfnissen entsprachen und mich glücklich und frei machten.

Paradiesgarten

Heute – nach vielen Jahren Geduld und äußerliche Resonanzänderung auf meine innere Transformation – sitze ich in einem Paradiesgarten unter einem Orangenbaum mit Blick aufs Meer. Ich lebe und arbeite an einem Ort, an dem andere Urlaub machen, um sich ihr kurzes Gefühl der Freiheit und Entspannung zu holen. Ein inneres Wohlgefühl mit erfülltem Herzen lässt mich frei sein.

Das schnelle Glück ist schnell wieder verpufft. Nachhaltige tiefe Erfüllung braucht viel Geduld mit dir selbst und ein immer wiederkehrendes JA zu den Prozessen und Herausforderungen, die dir geschenkt werden.

Mein Weg war weit, doch zurückblickend ging es schnell. Egal, an welchem Entwicklungspunkt du heute in deinem Leben stehst, verbinde dich mal mit deinem zukünftigen Selbst und fühle, wie es ist, dort angekommen zu sein.

Nähre dich, liebe dich, atme, stehe auf und mach weiter. Es lohnt sich!

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