Die Welt als Spiegel Deiner Selbst

Spiegel Deiner Selbst

Als ich diesen Satz das erste Mal hörte habe ich gedacht: Au weh, Alles sollen nur Spiegel meiner Selbst sein. Im erstem Moment war ich fast zerschlagen, im zweiten wurde mir bewusst, welche eine große Chance das für mich war, innerlich in Frieden zu kommen.

Mich nicht mehr ohnmächtig und ausgeliefert zu fühlen, …. was meine Emotionen und äußere Umstände betrifft, …. sondern daran selbst etwas ändern zu können.

Meine Reise damit war lang und ist noch nicht zu Ende. Ich würde auch nicht behaupten, den vollkommenen inneren Frieden auf Dauer erreicht zu haben. Es gibt immer wieder Menschen und Situationen, die mich aufregen, wütend und traurig machen und mich ordentlich antriggern.

Doch ich finde immer wieder neu zum Frieden zurück. Ich habe einen anderen Umgang mit meinen Reaktionen gelernt und was der Spiegel für mich im praktischen Sinne wirklich bedeutet.

Es gibt ja viele spirituelle tolle Empfehlungen, z.B.:

Sei einfach du selbst. Sei präsent im Hier und Jetzt. Liebe dich selbst u.s.w.

Viele Menschen rufen dann gleich „Ja, genau, so ist es!“  Ohne dass ihnen deren praktische Umsetzung bekannt ist oder nicht bewusst, dass dies keine einmalige Angelegenheit, sondern ein Lebensweg ist.

Daher möchte ich Dir einen kleinen praktischen Leitfaden für die Weisheit…

Alles ist ein Spiegel Deiner Selbst

… an die Hand geben und deren Grenze aufzeigen.

In meiner Ausbildung in hawaiianischer Körperarbeit habe ich in der Tiefe erfahren, was es bedeutet, sich selbst als Zentrum des Universums zu begreifen. Ich? Zentrum des Universums – so ein Quatsch, denkst Du jetzt vielleicht, da ist doch die Zentralsonne oder was weiß ich. Aber doch nicht ich.

Stimmt, ich könnte es abschwächen und sagen: Du bist das Zentrum Deines Universums! Versuche Dir das einmal bewusst vorzustellen:

Du bist in der Mitte, alles was Du erlebst und Dir begegnet gehört zu Dir, zu Deinem Universum. Du bist quasi die Zentrale, oder die Zentralsonne, wenn Du schon schön am Strahlen bist 😉

Deine Wahrnehmung ist begrenzt

Wenn Du Dir vorstellst, wie jeder Mensch der Mittelpunkt seines Universums ist, so wirst Du erkennen, dass jeder ein anderes Universum erlebt. Also, Dein Nachbar lebt in einem anderen Universum als Du, er erlebt andere Situation, betrachtet seine Welt aus einer anderen Perspektive als Du. Selbst wenn ihr euch am Gartenzaun begegnet und ihr einige Ausschnitte eurer Universen teilt, so hat doch jeder einen anderen Blickwinkel darauf. Es gibt niemanden, der genau in dem gleichen Universum lebt wie Du. Kannst Du mir folgen?

Und ja, es gibt natürlich auch ein Universum, was alles umfasst. Doch hier als Mensch, kannst Du es nicht überblicken.

Heute geht es um DICH. Du und Dein Universum als Spiegel Deiner Selbst. Gehen wir davon aus, alles, was Dir in Deinem Universum begegnet hat mit Dir zu tun. Es gehört zu Dir, denn Du bist ja die Zentrale.

Was macht das mit Dir?

Mit mir hat es zweierlei gemacht:

1.

Es hat mich ermächtigt mein Leben verändern zu können und meine Erfahrungen mehr und mehr selbst zu wählen. Mächtig und meiner Selbst immer mehr bewusst, weil ich meinem Universum nicht mehr ausgeliefert war, sondern es ändern konnte (und kann), indem ich mich änderte. Dadurch veränderten sich meine Wahrnehmungsbereiche. Ich erlebte andere Ausschnitte des großen ganzen Universums als vorher. Einige kamen dazu und andere verschwanden.

2.

Abwehr! Nein, das wollte ich nicht akzeptieren, dass was ich da sah: Diese menschlichen Ungeheuer von Mördern und Vergewaltigern. Oder irgendwelchen konsumverseuchten Mitmenschen, denen ich auf Einkaufsmeilen begegnete. Oder roboterhafte Arbeitssklaven riesiger Konzerne, an denen ich in deutschen Großstädten an Ampelkreuzungen vorbei lief und mich wie eine der letzten Überlebenden fühlender menschlicher Wesen fühlte, die von einem Raumschiff hier vergessen wurden.

Hast Du Dich auch schon einmal so gefühlt? Oder kannst Du von Dir behaupten, dass Du so voller Liebe überquillst, dass Du auch den letzten Hinterhältigen, der sich hier auf diesem Planeten herumtreibt, voller Inbrunst umarmen kannst? Die Hintermänner der Konzerne, welche für Profit skrupellos alles tun, um unsere Lebensgrundlage zu zerstören.

Ich nicht immer. Meine Reise ist noch nicht zu Ende. Ich bin auf dem Weg. Und auch noch niemandem (in einem menschlichen Körper) – auch keinem „Erleuchteten“ begegnet, der damit schon am Ende angekommen war. Jedenfalls nicht, sobald er von dem Meditationsberggipfel hinab zu seiner unzufriedenen Partnerin und seinen nörgelnden Kindern gestiegen ist 😉

Wie ändere ich meinen Spiegel?

Meist sind es spezielle Menschen, die uns triggern. Die uns stören, die uns nerven, für deren Ansichten oder Verhaltensweisen wir kein Verständnis haben und wir denken, die Welt wäre besser, wenn ein Ufo käme und sie abholen täte.

Sei es im nahen Umfeld: Die Schwiegermutter oder der „verhätschelte“ Sohn der Freundin oder der Ex, der noch nervt.

Oder mehr in der Ferne: Politiker, fanatische Selbstmörder oder der Vergewaltiger über den Du irgendwo gelesen hast.

Es ist jemand der Dich aufregt. Über den Du Dich ärgerst und wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist, dann findest Du ihn oder sie so richtig zum ….. !

Du befindest Dich vielleicht mit dieser Person im Konflikt, versuchst alles mögliche, doch der Konflikt löst sich nicht wirklich auf. Auch wenn ihr euch mental verständigt und u.U. sogar zu einer äußeren Einigung gefunden habt. Innerlich bleibt dieses Gefühl von: hhhhrrrrrrggggrrrr!

Also, was kannst Du tun?

Betrachte die Person, die Dich stört nicht als umfassenden Spiegel Deiner Selbst! Sie spiegelt Dir lediglich einen Anteil von Dir. Einen im Vergleich wahrscheinlich kleinen Persönlichkeitsanteil, mit dem Du selbst im Unfrieden bist. Den Du an Dir selbst unbewusst verurteilst und nicht wahrhaben möchtest, dass auch er zu Dir gehört. Dein Universum zeigt Dir diesen Anteil, damit Du die Chance hast, ihn in Dir zu erkennen, anzunehmen, zu heilen und eventuell auch zu verabschieden.

In dem Moment, wo Du das getan hast, passiert etwas Wunderbares in Deinem Universum. Die Person, die Dich vorher gestört hat, verschwindet aus Deinem Leben. Oder sie triggert Dich nicht mehr, oder Du kannst den Konflikt mit ihr auf einmal leichter lösen.

Dafür braucht es folgende Schritte:

Werde Dir klar darüber, welcher Anteil gespiegelt wird

Ich möchte Dir dies an 3 Beispielen aufzeigen:

Du bist genervt von lärmenden, laut spielenden Kindern. Eigener möglicher Anteil:  Der Teil, der sich selbst keine Ruhe gönnt und sich die Zeit dafür einräumt.

Dich triggert Schwiegermama, die sich ständig in die Angelegenheiten Deiner Ehe einmischt und subtil manipulativ ihre eigenen Interessen durchsetzt. Eigener möglicher Anteil:  Der Teil in Dir, der sich nicht erlaubt Grenze zu setzten und Konflikte vermeiden möchte.

Du lebst vegan bis rohkost, machst jeden Morgen Yoga und bist systempolitisch aufgeklärt und Dein Nachbar ist wieder so ein Idiot. Guckt den ganzen Tag fern, haut sich Fast Food rein und grölt „Fußball, Fußball!“ Du verdrehst die Augen und hoffst, dass er sich einfach in Luft auflöst. Eigener möglicher Anteil:  Der Teil, der meint schon so weit und bewusst zu sein, aber vergessen hat, dass er auch mal so unbewusst war (und wenn nicht dieses Leben, dann eines von zuvor).

Stelle diesen Deinen Anteil vor Dich hin

Wie zeigt er sich Dir? Was macht das für ein Gefühl, dem gegenüber zu stehen?

Anhand der Beispiele könnte es so aussehen:
Der Teil, der sich keine Ruhe gönnt ist rastlos und stets auf Erlebnisbefriedigung von außen aus. Diesem gegenüber zu stehen macht Dich traurig.

Der Teil, der sich nicht erlaubt Grenze zu setzten, zeigt sich als unterwürfiges Büble. Diesem gegenüber zu stehen macht Dich wütend.

Der Teil der seine eigene frühere Unbewusstheit verurteilt hat, zeigt sich arrogant und hochnäsig. Das macht Dich betroffen.

Jetzt wird es spannend

Frage Dich: Was braucht dieser Anteil? Was hat er für ein Bedürfnis? Das könnte so aussehen:

Der Rastlose hat das Bedürfnis nach Innenschau und Selbstliebe.

Das unterwürfige Büble braucht Stärkung vom idealen Vater und Manneskraft.

Der Verurteilende braucht Selbstvergebung für seine Vergangenheit.

Gib den Anteilen, das was sie brauchen

Schau welche lichten, stärkenden Anteile Deiner Selbst dem helfen kann, der Dir innerlich Unfrieden bereitet.

Stelle dem Rastlosen den Teil an die Seite, der meditiert und sich mit der Quelle verbunden fühlt.

Stelle dem unterwürfigen Büble den idealen Vater an die Seite, der ihm den Rücken stärkt und den destruktiven Energien der Weiblichkeit ein Gegenüber ist.

Stelle dem Verurteilenden Teil Dein Mitgefühl an die Seite und lass ihn sagen: Ich vergebe mir meine Unbewusstheit und alles was ich in meiner Vergangenheit getan habe.

Nimm Dir für diesen Prozess ausgiebig Zeit, bis diese Vorstellung zellulär in Deinem Körper eine neue Resonanz erschafft und für Dich spürbar ist.

Spüre was sich verändert hat

Trete nun im Geiste der Person gegenüber, die Dich gestört hat. Wie fühlt es sich jetzt an? Was hat sich verändert? Wie möchtest Du ihr nun neu begegnen?

Lehrer statt Feinde

Genieße Dein Leben aus diesem neuen Sein heraus und erfreue Dich an Deinem veränderten Universum 😉

Natürlich kann kein Blog eine 1 zu 1 Begleitung ersetzen und diese Beispiele treffen vielleicht nicht Deine Thematik. Es braucht schon etwas Erfahrung mit der Arbeit innerer Anteile, um dies selbst praktizieren zu können. Doch ich hoffe, Dir die Tür gezeigt zu haben, wie Du selbst aktiv in die Transformation gehen kannst, sobald Dich etwas „stört“. Fängst Du im Kleinen an, nicht mehr drüber hinweg zu gehen und in einer Haltung von „Muss ich mich halt mit abfinden!“ verharren, dann leistest Du einen der größten Beiträge zum allgemeinen Weltfrieden. Jederzeit und Überall 😉

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