Drei Täuschungen vor dem wahren Selbstbewusstsein

JA – jeder möchte möglichst selbstbewusst wirken. Souverän durch den Alltag gleiten. Mit einer guten Portion Superkräfte im Rucksack ziemlich jeder Situation gefasst und erwachsen begegnen… Doch – ist das wirklich realistisch und – tatsächlich auch erstrebenswert?

Um das Selbstbewusstsein zu stärken gibt es mittlerweile ein reichliches Angebot verschiedenster Techniken, um sich aus seinem „alten Trott“ zu befreien.

Viele Menschen ahnen, dass noch mehr in ihnen steckt, dass das – was momentan da ist – noch nicht alles gewesen sein kann.

Du auch?

Wirst du das komische Gefühl auch nicht los, dass das Leben sich doch viel grossartiger anfühlen könnte, als es das jetzt in deinem Alltag tut?

Dann kannst du ja einmal prüfen, ob du diesen drei Täuschungen entspannt gegenüber stehst. Oder ob es auch in dir eine Resonanz auf ein Thema gibt und du dich deshalb evtl. auch im Kreis drehst. Und beim Umsetzen positiver Veränderungen, dadurch Schwierigkeiten in deinem Leben auftauchen.

1. Täuschung: der Unterschied zwischen Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit

Es gibt – auch unterstützt durch die meisten Medien – eine Verknüpfung im Hirn das wahre Selbstbewusstsein mit reiner Selbstsicherheit zu verwechseln.

Da gibt es Menschen in Casting Sendungen, Doku-Formaten und Youtuber, welche ganz geschmeidig und selbstbewusst vor der Kamera agieren. Doch sind sie sich wirklich selbst-bewusst?

Klar, es kommt immer auf das innere Wertesystem an. Ob ich nun ganz freudestrahlend zeigen kann, wie ich mir die Fingernägel lackiere oder die Frisur mache, damit ich besser und unwiderstehlicher für meinen potenziellen Partner werde, kann mir von Außen mehr Bestätigung geben.

Und dadurch kann ich mich sicherer fühlen, gemocht oder anerkannt zu werden. Das gibt mir jedoch eher mehr Selbstsicherheit als wirkliches Selbstbewusstsein.

Meist mehr eine Show als Wahrhaftigkeit

Also meine direkte Erfahrung mit diesen Menschen – auch als Klienten – ist, dass sie gelernt haben, wie es „hip“ ist, aufzutreten. Meistens sagen sie sogar von sich selbst:

„Du musst eine Show machen und damit die Leute unterhalten. Die Leute wollen nicht wirklich wissen, wie es mir geht, sondern unterhalten werden.“

Ich finde das völlig in Ordnung. Nicht immer muss man in die Tiefen des Bewusstseins tauchen, um eine schöne Zeit hier zu haben. Bei manchen Erlebnissen – wie beim Autofahren oder lernen – ist es sogar hinderlich von inneren Prozessen bedrängt zu werden.

Aber ich erlebe wie viele Jugendliche und auch Erwachsene dieses vermeintliche Selbstbewusstsein in dieser Selbstsicherheit sehen und sich dem gegenüber minderwertig oder nicht erwünscht fühlen.

Bei einigen, die sich vor der Kamera ganz „selbstbewusst“ zeigen ist es dahinter auch ganz anders. Einige sind sehr schüchtern im direkten menschlichen Kontakt. Andere ziehen ihre“ Show“ auch ohne Kamera weiterhin durch. Das wirkt oft etwas surreal.

Die Gefahr dabei ist, tendenziell eigene gefühlte Werte & Stimmungen aufgrund eines äußeren, sicheren Auftretens zu unterdrücken und damit eher sogar an Selbt-Bewusstsein zu verlieren.

2. Täuschung: Jedes Problem gleich zur äußeren Lösung zu führen

Ja, fast jeder, der ein Problem hat, möchte es gerne schnell wieder loswerden. Jedoch gibt es hauptsächlich zwei Wege, um mit einem Problem umzugehen: der äussere, männliche Weg: eine Lösung im Aussen produzieren, um so schnell wie möglich aus der Problemlage hinauszukommen, ohne sich über die tieferen Umstände Gedanken zu machen. Ein gutes Beispiel ist abgewandelt immer wieder in Familien-, Freund- oder Paargesprächen zu finden.

Sie: Schatz, ich fühl mich hässlich!

Er: Aber das bist du doch gar nicht. Du bist schön!

Sie: Aber meine Freundin hat letztens gesagt, dass ich in der Hose zu dick aussehe.

Er: Nein, siehst du nicht.

Sie: Ich fühl mich aber so!

Er: Ja dann lass dir doch die Hose etwas weiter machen, dann ist sie wieder bequemer.

Sie: Was, du findest sie also auch zu eng? Siehst du, du findest mich auch hässlich, so wie ich bin.

Er: Du hast ja gar kein Selbstbewusstsein.

Sie: Du verstehst mich einfach nicht.

So oder so ähnlich verlaufen viele Dialoge zwischen Paaren, Freundinnen etc.

Oft glaubt der eine Partner/Freund dem anderen durch solch eine äußere Lösung oder durch gutes Zureden direkt zu helfen und kann nicht verstehen, warum es nicht ankommt. Dadurch entfachen oft Grundsatzdiskussionen, die beide noch weiter auseinandertreiben oder verstummen lassen.

Kaum einer hat es in seiner Familie gelernt, den zweiten Weg zu wählen: Dem anderen zuzuhören und erstmal mitzufühlen, wo er/sie mit dem Problem steht. Sowas wie: „ah, du fühlst dich grad ganz unwohl, das is ja nich so schön…kann ich mitfühlen.“ Fällt oft schwer auszuhalten, würde aber den Probleminhaber oft phänomenal entspannen & erleichtern.

Allerdings weist man den anderen dadurch auf seinen nächsten Heilungsschritt hin und läuft Gefahr, dass dieser dafür eventuell nicht die Verantwortung übernehmen möchte.

Deshalb verfestigen sich Täter- und Opferbewusstsein auch oft, weil es keine gemeinsame Lösung zu geben scheint. Daraus ergibt sich dann schnell ein Schwarz-Weiß-Sehen:  Der eine hat vermeintlich ein starkes Selbstbewusstsein und der andere wenig oder gar keins hat. Kennst du das von dir oder aus deinem Umfeld?

3. Täuschung: Wenn ich alles analysieren kann, habe ich viel Selbstbewusstsein

Einige Menschen kennen sich mental sehr gut. Sie wissen, was sie letzten Sommer getan haben, warum die Mutter damals so heftig reagiert hat oder warum das Kind jetzt wieder nörgelt. Aber dann gibt es trotz des ganzen Wissens anscheinend unüberbrückbare Schleifen im Leben, welche immer wieder den gleichen untreuen Partner, dieselbe alte Verletzung oder ein ähnlich schweres Gewicht auf die Waage bringt!?

Das nagt am Selbstvertrauen und am konstruktiven inneren Wachstum. Stimmen wie: „Oh nee, das hab ich doch schon zig mal angeschaut und geheilt.“ oder „Was habe ich nur falsch gemacht, dass ich so behandelt werde.“ lassen die Stimmung dann oft in den Keller sausen.

Aber was steckt dahinter?

Spür mal, was passiert , wenn du hörst: „Du hast genug getan, um geliebt zu werden und um ein erfolgreiches, glückliches Leben zu führen!“

Was denkt es jetzt in dir? „Wieder so ein Honig-um-den-Bart-Schmierer?“ oder „Warum sieht es dann in meinem Leben so anders aus?“ Natürlich gibt es noch 71 andere mögliche Stimmen, welche sich jetzt in dir melden könnten, dass du es ja schon glaubst. Aber: Wenn du schon dort bist, liest du dann einen Artikel bis hierher?

Es gibt also irgendetwas, was dich in Resonanz mit diesen Zeilen gebracht hat.

Mit diesem Ausspruch o.ä. oben ködert fast jede Werbung über ein Produkt seine Zuschauer. Deswegen funktioniert die Konsumindustrie so wunderbar. Weil fast jeder sich nach einem tieferen Glück sehnt und diese Liebe unbewusst in dem nächsten Produkt oder Kurs vermutet, bzw. damit in sich dem näher zu kommen.

Funktioniert? Meistens nicht.

Was ist aber, wenn es darum geht, deine inneren Barrieren davor erstmal wahrzunehmen und zu spüren…Die damit verbundene Ergebnisspannung wahrzunehmen? Wenn der entscheidende Schritt bislang von dir übersprungen worden ist und sich deshalb alles im Kreis dreht? Wenn es darum geht, eine andere Instanz in dir zur Hilfe zu holen, welche dich nicht belügen oder austricksen kann?

Dein Körper- & Spürbewusstsein gibt dir Selbst-Bewusstsein

Wenn du diese Spannung – und die damit verbundenen unwohlen Gefühle – tiefer wahrnehmen kannst, dann kannst du dich durch diese tatsächlich durchfühlen zu der Essenz dahinter: Zu deinem wahren Selbstbewusstsein, deinem Wesenskern. Dabei helfen dir auch besonders Achtsamkeitsübungen >, um dir deiner Befindlichkeit im Körper bewusst zu werden.

Und erst dann bist du auf Empfang für tief heilende Veränderungen. Dafür brauchst du einen geschützten Raum und wohlwollendes aber konfrontierendes Mitgefühl. Kannst du dir das selbst schon geben? Vorher sind das alles meist mentale Vorstellungen deines Geistes. Visualisierungen.

Wenn du aber in lebendiger Verbindung mit deinem Wesenskern gebracht bist, dann geschehen wortwörtlich Wunder. Denn dann spürst du, dass du nicht nur visualisierst. Du spürst, dass du deine Vergangenheit, deine Gegenwart und deine Zukunft tatsächlich JETZT veränderst.

Du wirst dir Selbst-bewusst, dass es dieses tiefe in die Irre führen brauchte, damit du dieses mächtige „Schöpferding“, was du bist, wirklich be-greifen und nutzen kannst;-)

Dass du wirklich alles bist und sein kannst. Aber dich nicht bescheissen kannst, wenn du nur meinst, es zu sein (oder zu denken). Denn du bekommst in diesem Raum des Nachnährens> deiner individuellen Bedürfnisse, die fühlbare Erlaubnis deines Wesenskernes über die gewesenen Umstände hinauszuwachsen. Und das verändert dein Zellwissen direkt im Körper.

Das ist jenseits von Therapie, Mental-Transformation oder Persönlichkeitsentwicklung

Du spürst durch dich, was es braucht, um alles (Schicht für Schicht) in deinem Leben auf dieser tieferen Ebene zu erkennen und als feststeckende Lebenskraft aufzuspüren, welche dir vorher für deine angestrebten Veränderungen nicht zur Verfügung stand. Dann begreifst du, dass es vorher nicht möglich war, ohne Lebenskraft im Tank, dein Auto in eine neue Strasse deiner Erfüllung zu bewegen.

Du entdeckst die Kraft hinter allem Negativen als Treibstoff deines eigenen Weges zur Ewigkeit deiner Selbst. Das ist wahres Selbst-Bewusstwerden und Selbst-Bewusstsein.

Achte einmal darauf , besonders wenn du schon viel an dir gearbeitet hast und trotzdem (oder gerade deshalb) deutliche Schleifen/Knoten in deinem Leben wahrmnehmen kannst, ob du etwas erkennst, was eine andere Ebene von Nahrung oder bislang bekommener Erkenntnis braucht? Dann bist du dem Nachnähren des Weges zu deinem Wesenskern entscheidend näher gekommen.

Denn dieser Weg ist wortwörtlich das Ziel. Welches du im Alltag, aus jedem problematischen Zustand fühlbar „gehen“ kannst. Dann hast du aufgehört, dich entweder in Probleme/Emotionen hineinzusteigern oder sie zu verdrängen. Du kannst dann direkt die Lebenskraft hinter der negativen Erfahrung konstruktiv für dein Leben nutzen! Das wünsche ich dir von Herzen, die Instanzen in dir wieder wahrzunehmen & zu nutzen, welche dir – absolut wohlgesonnen – bei der Umsetzung positiver Impulse in deinem Leben helfen!

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