Selbstliebe in Partnerschaft – ist das möglich?

Selbstliebe

Ich möchte dir einen kurzen Einblick in mein Leben und meinen Umgang mit dieser Thematik geben. Und hoffe, dass es eine kleine Inspiration ist. Für dich, wenn Du auch manchmal das Gefühl hast, dich in Beziehungen zu verlieren. Oder verzweifelt nach jemandem suchst, ohne wirklich bereit zu sein, tiefere Liebe zu dir selbst zu entwickeln; Du selbst hin und wieder mit Selbstzweifeln zu kämpfen hast oder den nächsten Schritt in der aktuellen Partnerschaft machen möchtest.

Wenn Du dir einen Partner wünscht, den Du bewundern kannst. Der dich bereichert, inspiriert und mit dem Du energetisch auf Augenhöhe bist…

…dann bedeutet das auch, dass es Zeiten gibt, wo er dich auf deinen eigenen Unwert aufmerksam macht.

Indem er dir all die Teile in dir widerspiegelt, die noch ungeheilt sind, oder die Du selbst an dir verurteilst. Das wiederum birgt eine große Entwicklungschance für dein Selbstwertgefühl und deine Beziehung zu dir selbst. Durch die „Trigger“, die dein Partner in dir auslösen kann, kannst Du in tiefere Heilung mit alten Verletzungen kommen. Zudem lernst Du dich selbst besser kennen. So kann sich nach und nach eine tiefere Bindungsfähigkeit in großer Leichtigkeit und Wahrhaftigkeit entwickeln. Ein Miteinander ohne Spielchen, subtile Manipulationen oder falschen Erwartungen.

Wenn beide bereit sind, prozess- und lösungsorientiert an aufkommenden Unstimmigkeiten und Herausforderungen ranzugehen, kann man gemeinsam zu etwas Größerem wachsen.

Dein Fokus liegt auf dir

Sich gegenseitig durch Heilungsprozesse und Widerstände zu begleiten, verbindet auf einer tieferen Ebene. Vorausgesetzt man sieht die persönliche Entwicklung und inneren Wachstum als höheren Sinn einer Partnerschaft. Dann ist die Frage nicht mehr: „Liebt er/sie mich noch? Bin ich noch attraktiv/schön/interessant/gut genug?“.

Viel bedeutender sind dann Fragen wie:

„Stehe ich zu meiner vollen Größe wenn ich bei ihm/ihr bin?“

„Liebe ich mich und bin treu zu mir, wenn wir im Kontakt sind?“

„Bin ich verbunden mit meinem Selbstwertgefühl?“

Ich merke dies zum Beispiel grade stark, wie schnell mein Selbstbewusstsein wieder in den Unwert kippen kann. Seit einiger Zeit ist ein neuer Mann in mein Leben getreten, der es gut versteht mir auf den Zahn zu fühlen. Sofort melden sich alte Muster, welche mich unter Druck setzen. Mit Stimmen wie: „Du bist nicht reif genug.“ , „Sexuell zu verkappt.“ „Viel zu unsicher, du musst doch stark, unabhängig und selbstbewusst wirken!“ Dazu kommen die spirituellen Fallen, wie: „Du musst dich erst selbst lieben lernen“. So setze ich mich schnell doppelt unter Druck. Einmal denke ich, ich müsste „seinen“ Erwartungen entsprechen (den, von denen ich denke, dass er sie hat!). Andererseits weiß ich, dass ich zu mir selbst stehen sollte und verurteile mich für meinen Unwert.

Die Lektion, die ich grade lerne, ist unabhängig voll und ganz zu mir und meinem Wesen zu stehen. Mit all meiner Unsicherheit, meinen kritischen Stimmen und mit allem was ich bin.

Zudem übe ich damit einen spielerischen Umgang zu entwickeln, dass ich mich wirklich vollkommen authentisch zeige. Das ist oft gar nicht so leicht und ich muss mich immer wieder durch meine Unsicherheit atmen. Und mir immer wieder zu erlauben lernen und wachsen zu dürfen!

Das Ende bleibt offen – leben im Jetzt

Mich immer wieder liebevoll zu umarmen und mich von meinen eigenen Ansprüchen  zu lösen. Dabei erlaube ich mir, mich selber mehr zu erfahren. Wenn ich meine eigene Entwicklung im Fokus habe, ist es gar nicht mehr soo wichtig, ob sich etwas MIT dem Mann entwickelt oder nicht.

Somit stehe ich nämlich wirklich zu mir! Gleichzeitig gebe ich ihm die Chance, mich wahrhaftig kennenzulernen und sich ebenfalls mit allem zu zeigen.

Wie viele Beziehungen kommen in die Krise, weil die Paare anfänglich nur die bessere Version ihrer selbst gezeigt haben, und sich erst nach und nach die Masken lösen?

Für mich ist Wahrheit die organischere Basis, um eine Beziehung zu beginnen. Es steht nicht im Vordergrund, dass ich ihm gefalle, sondern dass ich daran wachse. Und ich lasse es offen, wie lange und ob wir gemeinsam wachsen wollen. Oder ob ich einfach „nur“ meine Prozesse damit mache und um eine Erfahrung reicher wieder weiter gehe.
Mein Glück nicht von einer Partnerschaft anhängig zu machen, birgt große Freiheit und entspannt mich.

Sicherlich werden dir nicht alle Schritte leicht fallen. Doch für den Anfang:

UMARME dich, mit allen Handlungen oder Gedanken, für die Du dich selbst verurteilst.
AKZEPTIERE dich in deinem jetzigen Lernschritt. Erlaube dir, dich zu entwickeln.
Habe GEDULD mit deinem Prozess.
Und LOSLASSEN: dem überhöhten Ansprüchen an dich selbst und die konditionierten Vorstellungen, wie eine Beziehung sein muss.

Eine einfachere aber effektive Übung. Mich bringen diese Schritte sehr weiter.

So komme ich in tieferes Mitgefühl. Ich kann klarer meine Bedürfnisse und Empfindungen kommunizieren und lerne mich mit meinen Gefühlen ernst zu nehmen.Um mich auch mehr und mehr in der Beziehung zu anderen wahrhaftig zeigen zu können.
Meiner Meinung nach stimmt der Satz: „Du musst erst dich selbst lieben, bevor Du in eine Liebesbeziehung gehst.“ nur ansatzweise.
Vorausgesetzt du bist in der Ausrichtung den Weg der tieferen Selbstliebe und -findung zu gehen, kannst du dich erstmal allein dafür schon wertschätzen.

Dabei darfst Du dich an dem Punkt, wo Du grade stehst umarmen. Und dich „gut genug“ zu fühlen für eine Beziehung, auch, und grade weil, Du vielleicht noch nicht in bedingungsloser Selbstliebe bist. Das allein ist bereits ein riesiger Akt der Selbstliebe.
Klar ist das ein gutes Ziel: voller Selbstliebe und Selbstbewusstsein in eine Partnerschaft zu gehen. Doch ein erforderlicher Schritt zu bedingungsloser Selbstliebe ist, sich mit allen Anteilen, Unwertthemen und sogar Selbsthass zu umarmen.

Diese Themen können wir alleine nur teilweise lösen, denn viele werden erst durch die Beziehung zu anderen deutlich. Ein Partner hilft uns somit, unsere ungeheilten Themen zu erkennen. Sodass wir immer wieder die Möglichkeit haben, tiefer in Selbstliebe zu kommen.

Somit habe Mut Dich tiefer zu zeigen und zu erfahren!

4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Mo Darja,
    Dein Arikel hat mich zutiefst angerührt und zum Weinen gebracht!
    Du sprichst mir aus Herz und Seele…..ich denke ganz oft, dass ich erst noch ‚weiter‘ sein muss, um eine gute Beziehung haben und auch halten zu können (meine letzte scheiterte genau an disem ‚Sich-Gegenseitig-Auslösen‘, weil nur ich bereit war, hinzuschauen). Ich halte mich immer noch nicht ‚weit‘ genug…dabei ist es auch schon ein Akt der Selbstliebe, mich SO anzunehmen mit dem Gefühl, nicht weit und reif genug mit mir selbst zu sein… So, wie du es schreibst!
    Und mich nicht dadurch von mir selbst abzulenken, weil ich mich in meinem sehnsuchtsvollen Wunsch nach einer erfüllten, schönen Partnerschaft quasi ‚verzehre‘!

    DANKE DIR!

    1. Liebe Jutta,

      Ich danke dir von Herzen für dieses wundervolle Feedback! Es freut mich zu hören, dass meine Texte berühren. Genau das war meine Intention.

      Danke, dass du das hier offen teilst! Und ich wünsche dir weiterhin einen liebevollen und wertschätzenden Umgang mit dir selbst.

      Herzliche Grüße
      Mo Darja

  2. Hä Streit ist doch normal und hält das Feuer in der Partnerschaft am Brodeln und soo.

    …niiicht.
    Danke.

    Dieser Text gehört in die BRAVO.

    Mo. Du meine liebe weise Schwester.
    Du hast es so schön beschrieben und so gut zusammengefasst.
    Und auch ich habe in einigen Passagen kurz inne gehalten.
    Danke, dass du Du bist.
    Du geile Sau.

    LIEBE

    1. Hey meine Herzensschwester,

      Danke für deine Wertschätzung! Und Danke, dass ich sowas mit dir teilen kann!

      In der Bravo wären solche Texte zwar genau angebracht, aber viel zu übrqualifiziert!
      Nachher fangen die Leser tatsächlich an, sich mit ihren Gefühlen auseinander zu setzen! Das will doch niemand! 😀

      LIIEEBE!

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