Paartherapie, das verflixte 7. Jahr und andere Unwahrheiten

Paartherapie

Warum Paartherapie oft keinen nachhaltigen Nutzen hat und das verflixte 7. Jahr ein Segen sein kann

…Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende…

So oder ähnlich gehen in Kinderbüchern die Märchen und auch die meisten Hollywood Filme am Ende aus.

Ach, wie schön ist diese Vorstellung…wir lieben sie alle! Doch man könnte eher zu den Unwahrheiten und Mythen sagen: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!“
Denn das, was wir da als Paar-Idealbild serviert bekommen und oft schon als kleiner Mensch „eingeatmet“ haben, trotzt jeglicher Realität:

Er will eigentlich sie und sie will eigentlich ihn.

Doch es gibt einige Missverständnisse oder Schwierigkeiten, welche beide an der Liebe zweifeln lassen. Einer von Beiden begeht dann eine Dummheit und dadurch wird die Liebe auf die Probe gestellt.

Die Lösung?
Nun muss einer oder Beide sich der Liebe würdig erweisen und den anderen teilweise bis aufs heftigste Stalken, Bedrängen oder einen äußeren Showdown für den Anderen veranstalten, damit wieder alles ins Lot kommt….

Wenn das überwunden ist, gibt es für das Paar das ewige Glück und wir werden damit ins wahre Leben entlassen.
Hast Du Dir schon mal im gleichen Atemzug überlegt, warum die Anzahl von Stalking und Mobbing so dermaßen angestiegen ist in den letzten Jahren?

Natürlich sind das Klischees, bei denen sich jeder Mensch doch selbst denken kann, dass es im wahren Leben anders zugeht. Aber sie sind einerseits so verführerisch und andererseits schon so früh & tief eingepflanzt, dass sie von unserem Unterbewusstsein schon oft mit der „Realität“ gleichgesetzt werden. Das ist dann die „Selbstverständlichkeiten“ mit denen sich dann das Paar begegnet.

Auch ich bin in einer vergangenen Beziehung an diesen Rand der Verzweiflung gekommen. Ebenso durch Hollywood inspiriert, dachte ich, dass ich doch nur fest genug halten müsste. Dann würde mein Ziel doch auch das Ziel der Angebeteten sein. Pustekuchen…

Dabei befand ich mich in einer saftigen karmischen Verstrickung.

Der Schmerz der Enttäuschung danach war hart… aber auch wichtig!

Liebeskummer und Eifersucht ist eines der härtesten Bewährungsproben gegenüber unseren destruktiven Verhaltensweisen. Das weiß ich seitdem aus eigener Erfahrung.

Doch was kommt danach?
Okay, stell Dir mal tatsächlich vor, wir hätten wirklich einige von Grund auf fehlgeschaltete Synapsenverbindungen in unserem Hirn, die wir schon früh implementiert (bekommen) haben!?

Dann MÜSSTEN wir diese Fehlschaltungen für wahr halten, weil wir keiner anderen Alternative bewusst wären. Unser Unterbewusstsein kann sich also nur an etwas Erfahrenem orientieren, in diesem Fall z.B. an einer Fehlschaltung:

„Wir sind dafür da, um den anderen glücklich zu machen.“

Erst wenn wir diese und andere Konditionierungen erkannt haben,  haben wir eine freie Wahl:-) lebendige Liebe zu leben. Vorher gleicht es eher einem einprogrammierten Automatismus.

Also nochmal zurück auf Null…aber wie?

Da kommt nun die Paartherapie ins Spiel. Jemand betrachtet die Situation von Außen. Das ist oft ein Segen für alle Beteiligten. Endlich fühlt Mann und Frau sich gehört und verstanden. Optimalerweise gibt es AHA-Erlebnisse, welche gemeinsam zu einer Stärkung führen. Aber wie tief sickert das in den erlebten Alltag und in die gemeinsam erschaffene Liebesfähigkeit?

Meiner Erfahrung nach, oft nicht tief genug. Denn eine Paartherapie ist zuerst ein mentales Verstehen, was zwischeneinander abläuft und dadurch eine Chance zu einer Verhaltensänderung. Aber wenn diese nicht eintritt, gibt es wenig weiteres Verständnis oder Anleitung in einem neuen Miteinander.

Die Stärkung des erotischen Flusses, der Lösung der gemeinsamen Prägungen und den anderen Umgang mit schattenbehafteten Rollen…All das ist Neuland und muss dem Therapeuten ebenfalls bewusst sein, damit er darin anleiten kann.

Wenn aber das alte Neurose-Modell im Vordergrund steht, dann gleicht es manchmal eher dem Bild, Öl ins Feuer zu gießen. Denn einem oft verletzten und mental festgefahrenem Zustand einer Paarkrise mit einer vertrockneten analytischen Sicht zuleibe zu rücken, gibt dann lediglich Befriedigung und Klarheit im Mental. Das ist ein guter Anfang.

RomantikJedoch das emotionale Begleiten und das erotische Fliessen zwischen einander bleibt auf demselben Stand wie vorher.

Dass diese Themen sich zeigen, UM dem gemeinsamen erschaffenen Paarkörper mehr Tiefe zu geben, darauf sind bislang nur wenig Paartherapeuten spezialisiert.

Wir können also die Haken und Ösen der Paarproblematik nutzen, um uns MIT diesen Anteilen voreinander zu zeigen und zu geniessen!

Welch eine absurde Vorstellung: Gerade die schwierigen Rollen, die man an sich oder am Anderen ablehnt, fühlend lebendig in Kontakt zu bringen 😉 

Den negativen Stimmen und Gefühlen einen Raum in der Partnerschaft zu geben und gemeinsam stimmige Zeiten im Alltag zu erleben, an denen der Paarkörper im Mittelpunkt steht. Das gehört zu einem neuen einzigartigen Umgang miteinander, den Mann und Frau ZUSAMMEN üben können.

Daraus kann – jenseits der mentalen Problematiken und Themen – ein emotionales, gefühltes Verständnis erblühen, welches BEIDE Partner in ihrer Wertschätzung mit sich und miteinander stetig fördert.

Das macht den Wachstumsprozess tatsächlich immer mehr zu einem Fest der Sinne und der Begegnung.

Das zu erfahren, braucht den Einsatz auf beiden Seiten: Ehrlich mit sich und dem Anderen zu sein. Schuldzuweisungen, Vorwürfe und Rechthaberei nur als Indikator zu nutzen, um tiefer miteinander in Kontakt zu kommen. Eine Groteske für Deine Gehirnwindungen? Kann ich gut verstehen 😉

Doch wir können nun aus Erfahrung sagen: Dieser Weg fühlt sich absolut lebendig und heilend an. Und mittlerweile sind wir bei weitem nicht mehr die Einzigen, welche diesen Weg miteinander gehen!

Die ist also keine hohle Theorie, sondern eine bei uns mittlerweile über viele Jahre einzigartig gelebte Praxis, die jedem Paar offen steht. Wir können von uns sagen, dass wir uns gerade im „verflixten“ siebten Jahr befinden und – mit allem Wachstum, der weiterhin stattfindet – uns wahrhaftig immer mehr ineinander lieben jenseits des alt-romantisierten „Verliebtseins“.

Hier in diesem Interview kannst Du uns erleben:

Fazit:

Für ein neues, befruchtendes Miteinander ist es notwendig, unsere alten „Selbstverständlichkeiten“ zu klären. Dabei kann destruktives Verhalten fühlend ausgedrückt und wertschätzend verabschiedet werden. Mann und Frau sollten sich neue Räume zur Stärkung ihres Paarkörpers im Alltag schaffen. Damit können die Spannungen alter Verletzungen, Schuldzuweisungen und Rechthabereien endlich entladen und das befreite Energiepotenzial konstruktiv für die gemeinsamen Ziele genutzt werden.

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